Einzigartiges Leichtbau-Studium startet im Oktober

DI Dr. Roland Hinterhölzl
DI Dr. Roland Hinterhölzl<br><i>Bild: FH OÖ</i>

29.06.2016

DI Dr. Roland Hinterhölzl (45) wurde an die FH OÖ Fakultät für Technik und Angewandte Naturwissenschaften für die neue Professur Faserverbundwerkstoffe berufen. Der aus Ried im Innkreis stammende Wissenschaftler zählt zu den renommierten Leichtbau-Forschern im internationalen Bereich.

Erste berufliche Erfahrung sammelte er beim Flugzeugteileproduzent FACC, wo er die Berechnungs- und Strukturversuchsabteilung aufbaute. Anschließend übernahm er die Leitung einer Leichtbau-Forschungsgruppe am von Prof. Dr. Klaus Drechsler neu gegründeten Lehrstuhl für Carbon Composites der TU München und führte diese zu internationalen wissenschaftlichen Erfolgen im Bereich Prozess- und Struktursimulation von  Composite-Bauteilen. Hinterhölzl ist für das laufende Sommersemester Universitätsprofessor an der Universität Augsburg. Im kommenden Wintersemester wird er die interimistische Leitung des Welser FH-Studiengangs „Leichtbau und Composite-Werkstoffe“ übernehmen.

„Leichtbau und Composite-Werkstoffe sind meine Leidenschaft. Es freut mich, dass ich mit meiner internationalen Lehr-, Forschungs- und Industrieerfahrung die neue Professur Faserverbundwerkstoffe gestalten und im Team der FH Oberösterreich mitarbeiten kann“, sagt Roland Hinterhölzl, der im FH-Studiengang „Leichtbau & Composite-Werkstoffe“ lehren und forschen wird.

Berechungs- und Strukturversuchsabteilung der FACC aufgebaut
Roland Hinterhölzl studierte nach der Matura am Bundesgymnasium Ried i. I.  Bauingenieurwesen an der Universität Innsbruck und spezialisierte sich dabei auf den Konstruktiven Ingenieurbau (Brückenbau, Faserverbundwerkstoffe). Im Anschluss an mehrmonatige Forschungsaufenthalte in den USA und die Promotion im Composite-Bereich an der Universität Innsbruck wechselte Roland Hinterhölzl in die Industrie zur FACC AG als Berechnungsingenieur mit den Schwerpunkten Auslegung, Strukturversuch und konstruktive Gestaltung von Composite-Leichtbaustrukturen. Im Rahmen vielfältiger Entwicklungsprojekte und des starken Wachstums der FACC AG baute er als Abteilungsleiter die Berechnungs- und Strukturversuchsabteilung auf über 30 Mitarbeiter in seiner neunjährigen Tätigkeit auf.

Aufbau einer großen Forschungsgruppe an der TU München
2010 wurde Roland Hinterhölzl Leiter der Forschungsgruppe Prozesssimulation, Materialmodellierung und Strukturanalyse am Lehrstuhl für Carbon Composites der TU München. Mit bis zu 15 Forschern in seinem Team erweiterte er sein Tätigkeitsfeld auch auf die Prozesssimulation, die speziell durch die zunehmende Anforderung an die Automatisierung der Composite Fertigungsprozesse stark an Bedeutung gewinnt. In der Lehre war er neben der TU München an der Universität Innsbruck und an den FHs in Wels und Graz tätig.

Universitäts-Professor in Augsburg
Für das Sommersemester dieses Jahres ist Roland Hinterhölzl Universitätsprofessor für Mechanical Engineering an der Universität Augsburg mit dem Fokus Composite Werkstoffe. Durch seine vielfältige Tätigkeit konnte er ein sehr großes Netzwerk aus nationalen und internationalen Partnern aus Industrie und Forschung knüpfen.

Mitorganisator der größten internationalen Leichtbau-Konferenz
Der Leichtbau-Wissenschaftler ist Autor und Mitautor von mehr als 20 Veröffentlichungen in international renommierten peer-reviewed Journalen und mehr als 50 Beiträgen zu Konferenzproceedings bzw. wissenschaftlichen Vorträgen. Ihm ist es ein Anliegen, die Verbindung zwischen Anwendung, Forschung und Lehre zu fördern. So hat er in den letzten Jahren zahlreiche nationale und internationale Workshops für Composites veranstaltet. Im Juni 2016 organisierten Prof. Dr. Klaus Drechsler und Prof. Dr. Roland Hinterhölzl gemeinsam mit einem Team der TU München und MAI Carbon Europas größte Composite Konferenz ECCM 17, die im Juni 2016 mit über 1200 TeilnehmerInnen in München.

Enge Verbundenheit mit der FH OÖ in Wels
Der 45-jährige Roland Hinterhölzl ist seit Jahren sehr eng mit der FH OÖ in Wels verbunden. Seit 2006 ist er Lehrbeauftragter im Masterstudiengang „EntwicklungsingenieurIn Metall und Kunststofftechnik“. Mit dem kommenden Wintersemester wird er die interimistische Leitung des Studiengangs „Leichtbau und Composite-Werkstoffe“ übernehmen.  

Einzigartiges FH-Studium an der FH OÖ in Wels
Leichtbau ist eines der Zukunftsthemen der Industrie. Überall, wo Massen bewegt werden, also auch in der Robotik oder im Anlagenbau, werden Leichtbau-Entwicklungen zum Einsatz kommen, um Kosten beim Betrieb zu sparen. Im Herbst 2016 startet das neue FH-Bachelor-Studium „Leichtbau und Composite Werkstoffe“ an der FH OÖ Fakultät für Technik und Umweltwissenschaften in Wels. 20 Studienplätze wurden dafür vom Bund genehmigt. Dieses Vollzeit-Studium dauert 6 Semester und ist in dieser Form in Österreich einzigartig. Es ist geplant den Studiengang Leichtbau und Composite-Werkstoffe am Montag unterrichtsfrei zu gestalten. Dies soll die Einbindung von Studenten aus der Industrie erleichtern.
 
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Nähere Infos unter www.fh-ooe.at/lcw






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