Schalterlose Zukunft

Überall im Haushalt wo der Mensch auf eine Maschine trifft, liegen potenzielle Anwendungsfelder für die im Projekt entwickelte „Bedienkonsole der Zukunft“ © Fotolia
Überall im Haushalt wo der Mensch auf eine Maschine trifft, liegen potenzielle Anwendungsfelder für die im Projekt entwickelte „Bedienkonsole der Zukunft“ © Fotolia

09.09.2016

Die SCIO Holding GmbH aus Linz und die Schöfer GmbH in Schwertberg sind zwei der 14 beteiligten Unternehmen im FFG-Projekt „3D-Molded Electro Optical Device (3D-MEOD)".

Im FFG-Projekt „3D-Molded Electro Optical Device (3D-MEOD)" wird eine nahtlose und interaktive „Bedienkonsole der Zukunft" mit transparenten, plastisch verformbaren Funktionskomponenten für Elektronik, Sensorik und Beleuchtung entwickelt.Die gedruckte Elektronik muss dabei die harschen Bedingungen der Umformprozesse überstehen und nahtlos und ohne Einschränkungen im Design in dreidimensional geformte Spritzgussteile integriert werden können.

Vernetzung von Druck und Elektronik

„Wir sind spezialisiert auf die Prozessentwicklung und die Fertigung von Prototypen im Bereich gedruckter Elektronik", sagt DI Franz Padinger, Geschäftsführer der SCIO. „Unsere Aufgabe ist die Vernetzung zwischen Drucktechnologie und Elektronik. Wir designen das elektronische Layout und drucken die elektrischen Strukturen auf flexible Folien. Ein Schwerpunkt ist dabei die Entwicklung von Bondingprozessen zur Fixierung und Kontaktierung der ausgewählten Bauteile wie LEDs, Steuerelektronik, Controller oder Widerstände."

Überführung in 3D-Bauteile

Die funktionalisierten, folienbasierenden Mehrschichtaufbauten haben die Spezialisten der Schöfer GmbH in Schwertberg mittels Spritzguss in stabile dreidimensionale Bauteile übergeführt. Auch die dafür erforderliche Spritzgieß-Werkzeugtechnik hat Schöfer entwickelt. Dass gerade Schöfer zur Mitarbeit im Projekt eingeladen wurde ist wenig verwunderlich, hat das Unternehmen doch jahrelange Erfahrung im Hinterspritzen anspruchsvoller dekorativer Folieninserts und kann auf zahlreiche Serienumsetzungen verweisen. „Wir haben zudem auch die Kompetenz, die er forderlichen Spritzgusswerkzeuge zu konstruieren und zu fertigen", ergänzt Geschäftsführer Gerald Schöfer. „Und: Bereits im Vorfeld sammelten wir Erfahrungen mit der Integration elektronisch funktionaler Strukturen in Spritzgussbaugruppen – u.a. gemeinsam mit Partnern der Initiative Smart Plastics (ISP) – und wir haben darauf im Projekt teilweise aufgebaut."

Breites, wachsendes Anwendungsfeld

„Die Mitarbeit im Projekt hat für SCIO mehrere Vorteile, sagt Padinger. Das Netzwerken mit Partnern sei einer davon. Vor allem aber profitiere er, so Padinger, von der Entwicklung von Prozessen zur Weiterverarbeitung seiner Technologie zu Produkten. So entstünden durch Verformen, Tiefziehen oder Hinterspritzen der im Flachbett (Rolle zu Rolle = Massenfertigung) 2-dimensional gedruckten Elektronik 3-dimensionale Werkstücke. Völlig neue Applikationen oder Produkte würden so möglich, wie neuartige Bedienelemente für alle Arten elektronischer Haushaltsgeräte wie Radio, Waschmaschine, Herd oder Kaffeemaschine, aber auch Robotersteuerungen, automotive Anwendungen wie Bedienkonsolen, Armaturenbretter oder Beleuchtungen. Auch bei Ampeln und anderen Verkehrssteuerungen sieht er Potenzial. Die Liste lässt sich beliebig lang fortsetzen. Auch Gerald Schöfer ist sicher: „Künftig wird diese Technologie eine breite Anwendung finden."

Die SCIO Holding GmbH mit dzt. 4 Mitarbeitern am Standort Linz arbeitet an kundenspezifischen Lösungen im Bereich gedruckter Elektronik und Smart Plastics bis hin zur seriellen Produktion.
www.scio-tec.com

Die Schöfer GmbH in Schwertberg mit rund 160 Mitarbeitern hat sich auf die Herstellung anspruchsvoller Spritzguss-Baugruppen und der dafür erforderlichen Werkzeuglösungen spezialisiert.
www.schoefer.at