Gedanken aus der Spritzgusswelt

Gastkommentar von DI (FH) Michael Meister, Meister-Quadrat Kunststoff- und Automatisierungstechnik GmbH

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Portrait Michael Meister
Michael Meister berät Unternehmen bei Auslegungen von Teilen, Werkzeugen und Maschinen inkl. Automatisierungen. Ab Ende des Jahres bietet der Experte auch Spritzgussschulungen in seinem eigenen Schulungscenter an © Meister-Quadrat GmbH

14.10.2022

Der Spritzgussexperte Michael Meister berät seit mehr als 20 Jahren OEMs und Tier-X-Lieferanten aus der Automobilindustrie, der Medizintechnik und Verpackungsindustrie. Nicht selten ist er dabei als Troubleshooter, wie er selbst sagt, mit verschiedensten Themen konfrontiert.

Jahrelange Schulungstätigkeiten im Spritzguss haben mir gezeigt, dass die notwendigen Fachkräfte teilweise mit den Aufgabenstellungen überfordert sind und auch werden.


Nicht nur Chefsache

Gerade bei der Digitalisierung sieht die Managementebene oft die tatsächliche Herausforderung nicht. Es scheint manchmal, als verstünden Entscheidungsträger nicht, dass es in vielen Bereichen nicht damit getan ist, Maschinen zu vernetzen, Software zu kaufen und die Mitarbeiter kurz einzuschulen. Vielfach ist es nämlich so, dass sich im Laufe der Zeit herausstellt, dass weder die dafür vorgesehenen Mitarbeiter noch das Equipment kurzfristig in der Lage sind, den versprochenen Benefit zu bringen. Hier ist ein Umdenken erforderlich! Es braucht Fachpersonal, das sich nur um das Thema Digitalisierung kümmert.


Hoffnung im Lohnspritzguss

Aufgrund der momentanen Weltwirtschaftslage ist beim Lohnspritzguss eine leichte Trendwende Richtung Europa erkennbar. Der Einbruch der Lieferketten aus Asien hat viele KMU gezwungen, ihre Supply Chain neu zu überdenken. Dies schlägt sich jetzt schon in den Auftragsbüchern der hiesigen Spritzgießer nieder. Sogar der österreichische Werkzeugbau wird jetzt für billigere Produkte wieder attraktiv. Vor allem Start-ups könnten aktuell als Kunden gewonnen werden – allerdings nicht ohne Risiko für den Produzenten, falls es sich um „Eintagsfliegen“ handelt. Aber alles in allem gibt die momentane Situation leisen Anlass zur Hoffnung!

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