Circular-Print – die 100 % Kreislauflösung für Pflanzenetiketten

05.10.2020

Was vor fünf Jahren mit einem Kunststoff-Clusterprojekt („ecoprint.at“) begonnen hat, konnte von der Druckerei Renner (Neumarkt/Wallersee, Sbg.) nun unter fachlicher Begleitung von M2 Consulting GmbH zu einer fertigen, vermarktungsfähigen Umsetzung geführt werden. Die gesamte Tragweite dieser 100 %igen Kreislaufwirtschafts-Lösung ist noch gar nicht voll absehbar (z.B. für Großformat-Printprodukte), sie steht jedenfalls schon heute voll im Einklang mit Vorgaben der EU für 2030. Ein neues Zeitalter beim Recycling stark und flächig bedruckter Kunststoff-Abfälle hat begonnen und wird noch viele Auswirkungen auf Printprodukte generell in der ganzen Branche haben.

Nun wurde dieses Projekt für den Energy Globe Award in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ nominiert. Diesen sehr erfreulichen Umstand möchten wir dazu nutzen, einerseits nochmals nähere Informationen zu diesem umfassenden Projekt zur Verfügung zu stellen, aber gleichzeitig auch um ihre Stimme beim „online public voting“ (noch bis 22.10.2020 abstimmbar) zu werben.

Detailliertere Informationen zum Projekt

Wir erachten Kunststoffe als unverzichtbare und mit unserem Wohlstand 100 %ig verknüpfte Werkstoffe. Nur 4 % des Erdöles gehen in die Kunststoff-Produktion (=Neuware). Doch ihre regelrecht „unendliche“ Rezyklierbarkeit eröffnet für diese Werkstoffklasse noch eine ganz andere Perspektive. Erst recht, wenn es – wie im vorliegenden Leuchtturm-Projekt – gelingt, eine komplette Kreislaufführung ohne Verwendung von Neuware zu erreichen. Es gibt kein Material mit besserer Ökobilanz als Kunststoff, der dann auch wirklich zu 100 % rezykliert wird. Gegenüber den existierenden Printprodukt-Lösungen sparen wir durch diese Kreislauflösung ca. 80 % CO2 ein.

Mit einer chemisch-reaktiven Upcycling-Technik konnten die in jedem Kunststoff-Recyclingprozess immer störenden Druckfarben so inertisiert werden, dass von ihnen kein negativer Einfluss mehr auf den Kunststoff und auch auf dessen weitere Verarbeitung ausgeht. Die daraus hervorgehenden Regranulate sind voll mit REACH (EU-Verordnung für Qualitätsanforderung von Produkten, die in der EU im Umlauf gebracht werden!) kompatibel. Außerdem fallen im aufgebauten Recycling-Prozess keine neuen Abfallstoffe an (Zero-Waste!).

Die hohe Regranulat-Qualität gewährleistet die erneute Plattenextrusion ohne störende Einflüsse wie Geruchsbildung oder niedrigere Prozessgeschwindigkeiten. Eine wichtige Komponente beim Upcycling stellt dabei auch ein Recycling-Füllstoff dar, der bisher aus der Natur abgebaute Füllstoffe in ihrer Funktionalität voll ersetzt.

Diese neue Kreislauf-Lösung wird auch von einem neuen, österreichischen Gütezeichen untermauert, das wiederum ganz im Zuge der Zeit mithilfe der Digitalisierung der Stoffströme (von der Druckerei, über die Logistik bis hin zum Recycler und wieder Druckplatten-Hersteller) über alle involvierten Kreislaufpartner hinweg und über das Internet-Portal www.circular-print.eu ohne eigene Zertifizierung vor Ort auskommt. Dieses Gütezeichen hat einen mehrseitigen Anforderungskatalog als Basis und wird von der Joh.-Kepler Universität Linz vergeben. Es setzt die Abfallqualität „stark bedruckter Kunststoff“ voraus und macht keinen Unterschied, ob diese Abfallware „post-industrial“ oder „post-consumer“ als Ursprung hat. Schließlich sollten stark bedruckte Kunststoff-Produktionsabfälle aus Druckereien nicht von diesem Kreislauf ausgeschlossen werden. Sobald der gesamte Kreislauf geschlossen ist, wird ein online-Zertifikat erstellt. Einmal jährlich wird ein gedrucktes Zertifikat mit den gesamt abgewickelten Mengen und der eingesparten Menge CO2 ausgestellt.

Alle Kreislaufpartner aus dieser Wertschöpfungskette können sich auf www.circular-print.eu registrieren und das aufgebaute Know-How durch Verwendung dieses Systems nutzen. Die sehr einfach gehaltene Oberfläche entpuppt sich nach dem Login als hochfunktionelles Onlinesystem.

Folgen der gelungenen Projektumsetzung

Der Standort der Druckerei Renner, Neumarkt am Wallersee / Sbg., konnte aufgrund des großen Markterfolges auf der jährlichen Leitmesse der Branche (IPM in Essen, Jänner 2020) auf die doppelte Fläche vergrößert werden. Das Kunden-Feedback bei großen Lebensmittel- und Baumarktketten war überwältigend. Es konnten hiermit im EU-Ausland wertvolle Marktanteile gegen große europäische Wettbewerber gewonnen werden.

Das Projekt konnte schon auf mehrere Kunststoff-Werkstoffe ausgedehnt werden. Entsprechend kamen auch schon verschiedene Recycling-Partner mit ins Boot. Alle aus Österreich! Das aufgebaute Know-How wird auch wieder in weitere Kreislaufführungs-Projekte mit einfließen.

www.circular-print.eu

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