Wie Unternehmen von Industrie 4.0 profitieren können

Reifegradmodell zeigt Industrie 4.0-Fitness
Reifegradmodell zeigt Industrie 4.0-Fitness
Die Reifegradbewertung basiert auf den drei Dimensionen Daten, Intelligenz und Digitale Transformation.
Die Reifegradbewertung basiert auf den drei Dimensionen Daten, Intelligenz und Digitale Transformation. Eine Skala von 0 bis 10 zeigt je Dimension den Reifegrad an. Insgesamt werden 24 Kriterien, aufgeteilt auf die 3 Dimensionen, mit einer Skala von 0-10 bewertet. Je höher eine Bewertungszahl ist, desto mehr Aspekte von Industrie 4.0 sind im Unternehmen umgesetzt.
Bild FH OÖ

14.03.2017

Mit dem „Reifegradmodell Industrie 4.0“ lassen sich IST Reifegrad sowie SOLL Reifegrad eines Unternehmens festzustellen. Es wurde in Kooperation des Mechatronik-Clusters mit dem Institut für Intelligente Produktion (FH OÖ, Studiengänge PMT und OMT in Steyr) entwickelt.

Denn: Technologische Möglichkeiten im Sinne von intelligenten vernetzten Produkten, Cloud-Angeboten, ständiger Konnektivität, Big Data, digitaler Transformation und Industrie 4.0 haben durchaus das Potential zu innovativen, wirtschaftlichen Ideen zu führen.

Potenzial wird aufgezeigt
„Geschulte Berater oder Unternehmensvertreter erarbeiten konkrete Verbesserungsmaßnahmen zur Erreichung des SOLL-Reifegrades für die teilnehmenden Unternehmen“, erklärt Manuel Brunner, Projektleiter des Reifegradmodells beim Mechatronik-Cluster in Oberösterreich. „Zusätzlich erfassen wir die Ergebnisse der einzelnen unternehmensbezogenen Reifegradanalysen in einer Benchmark-Datenbank anonym.“ So lässt sich die aktuelle Marktsituationen in den verschiedenen Branchen identifizieren. Ein anonymisierter Vergleich ermöglicht, den eigenen Fortschritt jenem der Branche gegenüber zu stellen.

So funktioniert die Bewertung in einem Unternehmen
Nach Besprechung von Strategie und Zielen bei einem ersten Workshop erfolgt die Auswahl von Applikationsfeldern, welche für die Strategieumsetzung und in Bezug auf Industrie 4.0 von wesentlicher Bedeutung sind. Ein Applikationsfeld könnte zum Beispiel ein Fertigungsbereich, die externe Werkzeug- und Anlagenbeschaffung oder auch der Kundenauftragsabwicklungsprozess sein. Die Applikationsfelder werden in Einheiten eingeteilt, die bewertet werden können. Diese Einheit kann ein Prozess, eine Aufgabe oder ein Ding sein, beispielsweise die Maschinenbelegungsplanung, die Personaleinsatzplanung, die Transportbehälter oder die Maschinen selbst.

Nutzen für ein Unternehmen:

  • Strukturierte Bewertungen bzgl. Industrie 4.0-Reife
  • Erkennen von Industrie 4.0 Potentialen
  • Konkrete Umsetzungsempfehlungen von Industrie 4.0 Maßnahmen
  • Industrie 4.0 Benchmark innerhalb der Branche oder innerhalb der Applikationsfelder

„Das Reifegradmodell Industrie 4.0 wurde bereits in einigen Unternehmen angewandt“, erzählt Manuel Brunner. „Drei häufig identifizierte Potentiale waren die automatisierte Datenschnittstellen und durchgängige Datennutzung, die Optimierung der Anlagenparameter und die automatische Datenerfassung." So führen beispielsweise manuell erfasste Daten in der Fertigung oft zu fehlerhaften, inkonsistenten und nicht zeitaktuellen Daten und somit zu irreführenden Planungsvorgaben. Eine Automatisierung des Rückmeldesystems wäre hier ein möglicher Verbesserungspunkt.