Nachlese KC-Halbzeugtag

11.10.2016

40 Firmenvertreter trafen sich am 4. Oktober im Bildungszentrum Lenzing zum KC-Halbzeugtag. Der Fokus lag heuer auf dem Fügen von Kunststoffen. „Von der Praxis – für die Praxis“ war dabei nicht nur das Motto des Bildungszentrums Lenzing sondern dies spiegelte sich auch in den Vorträgen.

Im Ausstellerbereich stellte die Firma Haberkorn innovative Schweißsysteme aus dem Hause Leister vor. Mit Bearbeitungsmaschinen für die optimierte Zerspanung von Kunststoff-Halbzeugen beeindruckte c-tech, die Sparte für Kunststoffzerspanung der Felder Gruppe. Speziallösungen mit Flourpolymeren zeigte die AGRU Kunststofftechnik, die auch mit dem durchdringungslosen Induktionsschweißen und der neuen Dreischicht-Schaumplatte aus Polypropylen zwei weitere Innovationen im Gepäck hatte.

Das Fügen von Kunststoffen beruht gerade im Behälter- und Apparatebau, aber auch im Bereich der faserverstärkten Kunststoffe, auf viel Erfahrung. Wissen um den richtigen Umgang mit dem Werkstoff Kunststoff in Hinblick auf das breite Feld an Anwendungen vom Säureschutz, über Prozessthemen mit chemischen Medien bis hin zur Transportlogistik wird in den Unternehmen oft jahrelang aufgebaut. Eine praxisbezogene Ausbildung, wie es das Bildungszentrum Lenzing (BZL) für Unternehmen der Kunststoffbranche bietet, stellten Gottfried Engelbrecht und Johann Preuner mit beeindruckenden Zahlen vor. Die Ausbildung von 250 Lehrlingen pro Jahr, aber auch die hochqualitative Weiterbildung der Kunststoff-Fachkräfte sind Schlüsselaufgaben des BZL.

Ralf Lenk von der Frank GmbH, Mitglied der Arbeitsgruppe „Schweißen von Kunststoffen“ des Deutschen Vereins für Schweißtechnik (DVS), informierte über Neuheiten in den Richtlinien und über die wichtigsten Änderungen, die gerade in Bearbeitung sind.

Timo Tobolla, Geschäftsführer und Gesellschafter der Ernst Hombach GmbH in Uehlfeld, zeigte mit der von Hombach federführend mitentwickelten Twin-Sheet-Technologie, wie man als mittelständischer Betrieb Innovation vorantreiben kann. Die Twin-Sheet-Technologie, eine Kombination aus Thermoformen und Fügen, stellt für viele Anwendungsbereiche eine optimale Lösung dar.

Abseits des Schweißens der Kunststoffe spielen Klebeverbindungen und mechanische Verbindungen eine immer wichtigere Rolle bei der Verarbeitung von Halbzeugen, dies vor allem in Hinblick auf hybride Bauteile oder um durch Multimaterialmix im Leichtbau Verbesserungen zu erzielen.

Martin Trausner von kvt fastening betonte in seinem Beitrag über innovative mechanische Verbindungssysteme, wie wichtig es sein, das richtige Verbindungssystem für eine konkrete Anwendung schon früh in der Designphase mitzuplanen. Oft betragen die nicht berücksichtigten verstecken Kosten ein Vielfaches der Stückkosten des ausgewählten Schraubsystems. Innovative Lösungen können hier ein wesentlicher Erfolgsfaktor sein.

Alexander Teufl, Klebeexperte von der Bodo Möller AG, stellte Klebesysteme für Anwendungen im Bereich struktureller und elastischer Klebstoffe vor und erläuterte die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten.

Mit seinem Thema „Stand der Fügetechnik im Behälter und Analgenbau“ zeigte Michael Dietrich, Geschäftsführer von Wegener International, die Wichtigkeit eines prozesssicheren Schweißvorgangs beim Fügen von Kunststoffen mit Beispielen der Automatisierung auf. Er hob in seinem Vortrag auch die Möglichkeiten der unterschiedlichen Schweißverfahren hervor und gab einen Ausblick auf die Schwerpunktthemen von Wegener für die Zukunft.

Den Abschluss des KC-Halbzeugtages bildete ein beeindruckender Vortrag von Felix Strobel von der TÜV Süd AG in München, der in 20 Jahren Tätigkeit in der Begutachtung von Schadensfällen und dem Training von Kunststoffschweißern sehr praxisnah das Zusammenspiel von richtiger Auslegung, qualitativer Schweißtechnik mit geprüftem Fachpersonal als Schlüsselfaktoren hervorhob und dabei auch die Teilnehmer von der Wichtigkeit einer DVS-Richtlinie auch in Hinblick auf auftretende Schadensfälle für den Kunststoffverarbeiter aufzeigte.

Beim nächsten KC- Halbzeugtag am 3. Oktober 2017 wird der Fokus auf dem Thema „Thermoformen und Pressen“ liegen.