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Pressemeldungen

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17.05.2006

Der Kunststoff-Cluster und die Entwicklungsagentur Kärnten stellen das Netzwerk „Kunststoff“ an der HTL Wolfsberg vor

Am Mittwoch, dem 17.05.2006, fand an der HTL Wolfsberg die vielbeachtete Auftaktveranstaltung des „Kunststoff-Clusters“ in Kärnten statt. Mehr als 40 Teilnehmer aus ganz Österreich verschafften sich so einen Überblick über den Kunststoff-Cluster, der als branchenübergreifendes Netzwerk des Kunststoff-Sektors die Zusammenarbeit von Unternehmen untereinander, sowie von Unternehmen und Technologietransfereinrichtungen, wie z. B. der HTL Wolfsberg, fördert und koordiniert.

Die Geschäftsführerin der Entwicklungsagentur Kärnten, Frau Mag. Sabrina Schütz, hob die Information, die Kommunikation, die Qualifizierung aber auch die Kooperation und das gemeinsame Marketing als wesentliche Leistungen des Kunststoff-Clusters hervor und freute sich, dass nun auch Kärntner Unternehmen in diese Partnerschaft von insgesamt 381 Unternehmen eingegliedert wurden. Nach der Vorstellung des neuen Schwerpunktes Kunststofftechnik und Mechatronik in der Abteilung Automatisierungstechnik durch den Direktor der HTL Wolfsberg, Dr. Axel Zafoschnig, stellte der Netzwerkmanager des Kunststoff-Cluster-Teams, Herr DI (FH) Werner Pamminger, MBA, die vielfältigen Möglichkeiten der Nutzung der KC-Datenbank mit dem Titel „Forschungs- und Entwicklungsressourcen – Plattform im KC“ vor und zeigte an Hand von sehr anschaulichen Beispielen, wie mit Hilfe der KC-Partnerdatenbank Produzenten, Lieferanten, Dienstleister, oder Geschäftspartner unter den Netzwerkpartnern gefunden werden können. Bei dieser Datenbank besticht vor allem die Übersichtlichkeit, aber auch die Instrumente für die Auffindung von Produkt- oder Technologiepartnern sind hervorragend gelungen.

Auf die Programmvorstellung des „Netzwerkes Kunststoff“ in Kärnten durch den Organisator der Fachtagung, Herrn Mag. Richard Gassler von der Entwicklungsagentur Kärnten, folgte ein hervorragender und fachlich kompetenter Vortrag von Herrn Dr. Dietmar Loidl, vom Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik zum Thema „Zukunftswerkstoff Kunststoff – neueste Entwicklungen und Chancen in der Vernetzung“. Hier ging Dr. Loidl neben den Eckdaten wie z. B. der Entwicklung der Kunststoffproduktion in der Zukunft, oder dem Pro-Kopfverbrauch an Kunststoff, sowie den Auswirkungen der Kunststoffverwendung, auf neue Megatrends in den verschiedenen Wirtschaftssektoren ein. So erwähnte er, dass es speziell in den Bereichen Datenspeichersysteme, holographische Speichermedien, LCD-Anzeigen und -monitore, Leuchtdioden, Radio Frequency Identification – Technologie, Brennstoffzellentechnologie, aber vor allem in der Auto- und Flugzeugindustrie durch die verwendeten Strukturbauteile, weiters durch die neuen Verarbeitungstechnologien, die Verbundstoffe, aber auch durch die Nanotechnologie und die neuen Bio-Kunststoffe zu revolutionären Entwicklungen kommen wird, so dass der Zukunftswerkstoff Kunststoff auch im 21. Jahrhundert die wesentliche Triebfeder für den technologischen Fortschritt sein wird, der auch ein hohes Innovationspotential aufweist.

Nach einer regen Diskussion, zu denen auch Mahle-GF Dr. Peter Metzger wertvolle Beiträge leistete, gab es den nächsten Fachvortrag zum Thema „Benchmarking im Werkzeugbau am Beispiel der Firma Philips in Klagenfurt“, den der Leiter dieser Abteilung Herr DI Kurt Sadek mit ausgezeichneten Beispielen aus einem Projekt, das er gemeinsam mit dem Kunststoff-Cluster durchgeführt hat, untermalte. Aus seinen Ausführungen ging hervor, dass das Benchmarking im Werkzeug- und Formenbau der Firma Philips insofern geholfen hat, als die Firma sich an den Besten messen konnte und von diesen lernen konnte. Durch die Kooperation mit dem Kunststoff-Cluster und der Teilnahme an dieser Qualitätsmaßnahme des Benchmarkings konnte Philips neun Verbesserungsprojekte definieren, einen intensiven Erfahrungsaustausch mit drei Partnern pflegen, und im Wettbewerb „interner Werkzeugbau mit unter 100 Mitarbeitern“, in Deutschland den 3. Platz erreichen. Neben der Wichtigkeit der Lieferanten, der Patente der Zulieferer, der Wettbewerber und anderer Faktoren hob Herr DI Sadek speziell die Wichtigkeit der guten Ausbildung hervor und nannte in diesem Zusammenhang auch die HTLs als Partner.

Im Anschluss an diesen ausgezeichneten Vortrag begaben sich die Teilnehmer auf einen Rundgang zur Besichtigung der Labors, der Werkstätten und vor allem der neuen Maschinenausstattung der HTL Wolfsberg, wobei von allen Experten einheilig festgestellt wurde, dass die Ausstattung der Schule einen best-practice Fall darstellt, und dass die Bereiche Kunststofftechnologie, aber auch Mechatronik, durch die ausgezeichnete fachtheoretische und fachpraktische Ausbildung an der HTL Wolfsberg bestens abgedeckt seien. Dies freute nicht nur den Direktor der Schule, sondern auch seine beiden Abteilungsvorstände Dr. Helmut Hebenstreit und RR DI Hans Peter Cervenka, sowie vor allem den Werkstättenleiter STR Ing. Werner Buchner, dem die Alleinverantwortung über die Bestausstattung der Werkstätten oblag.

In diesem Sinne wurde auch von den Teilnehmern der Kärntner Unternehmen Mahle, Hirsch, Kruschitz, Swatek, GEBA und v. a. rückgemeldet, dass diese Investition des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds in die HTL Wolfsberg auch voll im Interesse der Kärntner Kunststoffindustrie ist. Mit zahlreichen Fachgesprächen endete dieser Rundgang, wobei der Grundtenor aller Teilnehmer an der Fachtagung war, dass die nachhaltige Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sowie der Profitabilität der Clusterpartner auch in Zukunft ein vorrangiges Ziel sein müsste.
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